Rainermensch
 


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Prag den 16. September 1790,

ich habe mich dazu entschlossen den Rest meines verkümmerten Daseins im maroden Kellergemäuern einer verwahlosten Herberge ohne Dach zu fristen. Hier bin ich völlig abgeschottet, kein Buch, kein Internet, kein gar nichts.
Ich ertrug die Gaffer nicht mehr, das Hände-auf-die-Wangen-schlagen, die Augen, die mit verächtlichen Blicken noch tiefere Wunden in meine eitrige, grintige Haut bohrten.
Wegen mir hat sich der Großinquisitor auf den Weg in die Stadt gemacht. Mir graut es vor seiner Ankunft; die Leute werden aufgebracht sein, nach mir suchen... ich muss weg von hier ... ir...gend...wohi...n ... aber wo? ... Hier in meiner feuchtkalten Behausung kann mir nichts passieren. oder ... ?
Am gnadenlosesten setzt mir jedoch mein Magen zu.Von Zeit zu Zeit lässt sich hier ein trächtiges Rattenweibchen blicken. Ich frage mich ob ich nicht schon verhungert bin, wenn sie wirft und ihre Sprösse, ebenso wie sie selbst, mir eine halbwertige Mahlzeit bieten, so dass ich noch einige wenige Tage die Existenz einer Kellerassel weiterführen kann.Sie ist meine einzige Hoffnung. Sie und die 40 Tonnen an eingefrorenem, grünlich schimmerndem Fleisch, das ich im Kühlhaus ausfindig gemacht habe.(Habe ich schon die dausnnnnnd Gauda erwähnt?)
Wenigstens kann mir die Kälte hier unten nichts anhaben. Der Nerzmantel, den ich aus den Flusen aus meinem Bauchnabel hergestellt habe, spendet mehr Wärme als die Altgummiverbrennungsanlage nebenan.

Vermutlich ist dies meine letzte Nachricht, die ich der Nachwelt hinterlassen kann (zumindest für heute, mir fällt nämlich nichts mehr ein),

Lebt wohl, die, die ihr FÜR DE NÄCHSTN DREI WOCHAN KOA SO A VERDAMMTE GRINTFRESSN HABZ WIA I!!!

 
   
 
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